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Lufthansa City Airlines jetzt mit Tarif und deutlichen Gehaltssteigerungen

Foto: dpa

Nach monatelangen Verhandlungen erzielt ver.di bei Lufthansa City Airlines den ersten Tarifabschluss für Cockpit- und Kabinenpersonal. Die Beschäftigten profitieren von Gehaltssteigerungen von bis zu 35 Prozent sowie spürbaren Verbesserungen bei Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung

Durchbruch nach intensiven Tarifverhandlungen: Nach einem langen Verhandlungsprozess haben sich ver.di und die Lufthansa City Airlines auf einen ersten Tarifabschluss für das fliegende Personal geeinigt. Damit ist ver.di ein wichtiger Schritt gelungen: Die 2023 gegründete Fluggesellschaft wird erstmals tarifgebunden. „Das waren harte und intensive Verhandlungen, aber sie haben sich gelohnt“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky. Die Beschäftigten erhalten „deutlich mehr Gehalt und auch die Arbeitsbedingungen werden Schritt für Schritt verbessert“. Das Ergebnis im Detail: Im Ergebnis steigen die Gehälter für Cockpit- und Kabinenpersonal in mehreren Stufen um insgesamt 20 bis 35 Prozent. Ergänzt wird dies durch zusätzliche Vergütungsbestandteile wie Zulagen, eine Ergebnisbeteiligung sowie eine Sonderzahlung in Höhe eines halben Monatsgehalts ab 2027. Spürbare Verbesserungen bei Arbeitsbedingungen! Neben den Gehaltssteigerungen konnten auch zentrale Verbesserungen im Arbeitsalltag durchgesetzt werden. Dazu gehören: - ein zusätzlicher freier Tag pro Monat - zwei zusätzliche Urlaubstage im Jahr - bessere Planbarkeit von Dienstplänen und Freizeit - mehr Teilzeitmöglichkeiten - Zuschüsse zum Krankengeld - Regelungen zur Stabilisierung der Dienstpläne Zudem wurde eine betriebliche Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss vereinbart sowie ein Tarifvertrag zur Personalvertretung, der die betriebliche Mitbestimmung sichert. Rückblick: Beschäftigte organisieren sich für Tarifbindung! Der Tarifabschluss ist das Ergebnis einer konsequenten Organisierung der Beschäftigten. Die Airline, Teil der Lufthansa Group, war zunächst nicht tarifgebunden. Im Frühjahr 2025 wandten sich Beschäftigte aus Cockpit und Kabine an ver.di mit dem Ziel, Tarifverträge durchzusetzen. In kurzer Zeit organisierte sich eine Mehrheit der rund 500 Beschäftigten in der Gewerkschaft und wählte eigene Tarifkommissionen. Bereits zu Beginn der Tarifverhandlungen betonte Reschinsky: Die Beschäftigten haben sich klar für ver.di als tarifliche Vertretung entschieden. Tarifrunde mit Signalwirkung für die Branche: Die Verhandlungen begannen im Januar 2026 und umfassten ein komplexes Gesamtpaket mit mehr als 50 Regelungen. Neben den Einkommen standen insbesondere Fragen der Arbeitszeit, Einsatzplanung und sozialen Absicherung im Fokus. Der Abschluss zeigt: Auch in neu gegründeten Airlines lassen sich Tarifbindung und faire Bedingungen durchsetzen, wenn sich Beschäftigte organisieren. ver.di ist in den vergangenen Jahren zur größten Gewerkschaft für das fliegende Personal in Deutschland geworden. Die Fachsparte „Aircrew Alliance“ vertritt inzwischen Beschäftigte bei zahlreichen Fluggesellschaften, darunter Eurowings Kabine, easyJet Cockpit & Kabine, Condor Kabine, Discover Airlines Cockpit & Kabine, TUIfly Kabine, Aerologic Cockpit, Ryanair Kabine, European Air Transport Cockpit. Damit ist sie die größte Gewerkschaft für das fliegende Personal in Deutschland. Bereits Ende März hat ver.di auch für die Lufthansa-Bodenbeschäftigten eine Einigung erzielt. (Text: ver.di)